Weil eine basisdemokratische Entscheidung wie bei der Spitzenwahl nur bei den Grünen möglich ist. Wir haben die Wiener Grünen geöffnet. Und wir werden diesen Weg weiter gehen.

Vielen Dank an die Kandidat_innen Marihan Abensperg-Traun, Benjamin Kaan und Peter Kraus für eine sehr professionell und fair geführte Spitzenwahl. Es hat sogar Spaß gemacht.

Gratulation an unsere neue Nummer 1: Viel Erfolg Birgit Hebein.

Es geht um mehr als die Grünen in Wien:

Die Wiener Spitzenwahl ist kein Beliebtheitswettbewerb. Es geht darum, wer für die Aufgaben der Zukunft am besten geeignet ist. Wer leitet die Erneuerung der Wiener Grünen ein? Wer setzt die Arbeit in der Stadtregierung fort? Und wer führt die Grünen 2020 in den Wahlkampf? Einen Wahlkampf, der nicht nur für uns zum härtesten aller Zeiten werden könnte.

Ich weiß, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Was es heißt, mit dem Koalitionspartner hart zu verhandeln und unsere Positionen durchzusetzen. Was es heißt, mit den Ewiggestrigen und Ewiggierigen in den Ring zu steigen, unsere Standpunkte vehement zu vertreten und leidenschaftlich zu diskutieren. Bei dieser Spitzenwahl geht es um viel. Nicht nur um die Spitze der Wiener Grünen, sondern um die Zukunft Wiens und ohne Übertreiben sogar um die Zukunft der Grünen in ganz Österreich. Das ist keine Zeit für Experimente, wir brauchen eine Nummer 1, von der wir sicher sind, dass sie alle neuen Aufgaben erfolgreich übernehmen wird. Deshalb bitte ich dich um deine Stimme.

Machen wir die Grünen wieder stark.

Leben und verkörpern wir wieder das, wofür wir jahrelang von unseren Gegner_innen gefürchtet, und von unseren Wähler_innen geschätzt und gewählt wurden. Den unermüdlichen Kampf für eine soziale und ökologische Stadt. Und den Widerstand gegen die Mächtigen, den zivilen Ungehorsam, den politisch engagierte Menschen zu ihrem Parteiprogramm gemacht haben.

Das ist die Veränderung, die wir Grüne brauchen. Wir sind zu einer erfolgreichen, konstruktiven Projektpartei geworden; die Zeiten sind härter geworden, wir müssen auch unsere original grüne Stärke ausspielen und wieder mehr unbequeme Protestpartei werden. Dafür brauchen wir vor allem entschlossene, ja, kämpferische Menschen aller Generationen. Alter schützt vor Torheit nicht (und das ist eine freundliche Umschreibung des 72-jährigen US-Präsidenten), Jugend leider auch nicht, wie der aktuelle Kanzler (32) durch seine demokratiefeindliche Koalition mit Rechtsextremen täglich beweist.

Kämpfen wir für unsere Werte.

Der von der türkis-blauen Bundesregierung und Boulevard-Medien täglich neu geschürte sogenannte Kultur-Kampf zwischen Armen und noch Ärmeren spaltet unsere Gesellschaft immer tiefer. Statt für eine faire Verteilung des gemeinsam erwirtschafteten Reichtums zu sorgen, regiert in jeder Sachfrage von Schule bis Arbeitsplatz der blanke Rassismus. Das brauchen wir nicht, das will ich nicht. Die Mehrheit in Wien, in Österreich und Europa will in Frieden leben, Wien ist so weltoffen, weil wir das mehrheitlich so leben, Wien gewinnt viele internationale Preise, schauen wir darauf, dass Wien ökologisches und soziales Vorbild für viele Städte wird.

Die Auseinandersetzung ist härter geworden. Und wir werden sie führen. Unermüdlich. Unnachgiebig. Und entschlossener als je zuvor. Ich habe oft Reden von „jeden Tag um Demokratie kämpfen“ gehört und mich dabei erwischt, dass ich dachte: Das ist etwas übertrieben und macht bloß Angst; die Demokratie, wie wir sie kennen, so unvollkommen sie ist, war für mich nicht gefährdet. Diese Sicherheit gibt es nicht mehr. Russland, Türkei, Polen und unser Nachbarland Ungarn beweisen, wie rasch Medienfreiheit und damit Demokratie an sich zu bröckeln beginnt. Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.

Ja, wir gewinnen diese Auseinandersetzung, wenn wir uns alle anstrengen. Wir gewinnen gemeinsam mit den Älteren, mit den Omas gegen Rechts. Gemeinsam mit den Jungen, die schon jetzt die Nase voll haben, von einem System, das ihnen deutlich mehr Chancen raubt als gibt. Gemeinsam mit allen, die davon überzeugt sind, dass ein gutes Leben für alle kein kindlicher Wunsch ist, sondern ein Auftrag an uns alle. Gemeinsam mit all jenen, die Tag für Tag arbeiten, mit allen, die sich in Umweltbewegungen oder in Demokratie-NGOs engagieren.